Sicherheitsbestand und Meldebestand berechnen – Formel & Rechner
Meldebestand = durchschnittlicher Verbrauch während der Wiederbeschaffungszeit + Sicherheitsbestand. Den Sicherheitsbestand rechnet man pauschal über eine Sicherheitszeit (Tagesverbrauch × Sicherheitstage) oder statistisch: z × Standardabweichung des Verbrauchs je Periode × √(Wiederbeschaffungszeit in Perioden), bei schwankender Lieferzeit z × √(L·σ² + Ø-Verbrauch²·σL²); z ist 1,6449 für einen α-Servicegrad von 95 % und 2,3263 für 99 %. Beispiel (Chopra, Reinhardt & Dada, 2004): 2.500 Stück pro Woche, σ 500, 2 Wochen Lieferzeit, 95 % → Sicherheitsbestand 1.164, Meldebestand 6.164. Die optimale Bestellmenge nach Andler ist √(2 × Jahresbedarf × bestellfixe Kosten ÷ Lagerkosten je Stück und Jahr). In Logistivo gehört der Meldebestand ins Feld Min. Stock eines Artikels und die Bestellmenge ins Feld Reorder Qty; sinkt der Bestand über alle Lager unter Min. Stock, wird der Artikel als Low markiert.
Quelle: Wikipedia (deutsch) · Bundesministerium der Justiz — gesetze-im-internet.de · APICS (now ASCM) — Peter L. King · S. Chopra, G. Reinhardt, M. Dada — Kellogg School of Management · MIT OpenCourseWare (CC BY-NC-SA) · ACCA · NIST/SEMATECH e-Handbook of Statistical Methods · M. J. Wichura — StatLib, Carnegie Mellon University · F. W. Harris — INFORMS · Microsoft Support.
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Der Bestandszyklus beim Durchschnittsverbrauch
Der Bestandszyklus beim Durchschnittsverbrauch — Satz ausfüllen – Sie sehen sofort Meldebestand, Sicherheitsbestand und Bestellmenge.
Die Berechnung läuft in Ihrem Browser; nichts, was Sie eingeben, wird gesendet oder gespeichert. Sie unterstellt einen normalverteilten Bedarf während der Wiederbeschaffungszeit, laufende Bestandsprüfung (Bestellpunktverfahren), solange Sie keinen Prüfrhythmus eingeben, und einen von der Lieferzeit unabhängigen Bedarf, solange Sie nicht „schwanken gemeinsam“ wählen.
Wir verbrauchen [Durchschnittlicher Verbrauch je Periode] pro [Periode der Verbrauchsdaten], mit einer Schwankung von ± [Schwankung des Verbrauchs (Standardabweichung je Periode)]. Der Lieferant liefert in [Wiederbeschaffungszeit in Tagen] Tagen, ± [Schwankung der Lieferzeit in Tagen (Standardabweichung)]. [α-Servicegrad (Zyklus-Servicegrad) in %] % der Bestellzyklen sollen ohne Fehlmenge enden.
Bestellmenge und Feineinstellung — Wir bestellen jeweils [Bestellmenge (optional)] Stück – oder rechnen die optimale Bestellmenge nach Andler aus [Jahresbedarf in Stück (optional, für Andler)] pro Jahr, [Bestellfixe Kosten je Bestellung (optional, für Andler)] bestellfixen Kosten und [Lagerkosten je Stück und Jahr (optional, für Andler)] Lagerkosten je Stück und Jahr. Wir prüfen den Bestand alle [Prüfrhythmus in Tagen (optional)] Tage (leer lassen bei laufender Prüfung); Bedarf und Lieferzeit [Bedarf und Lieferzeit]; wir zählen in [Einheiten].
Durchschnittlicher Verbrauch je Periode — Mittlerer Bedarf in der gewählten Periode: Tag, Woche oder Monat. Verbrauch und Schwankung müssen dieselbe Periode beschreiben.
Periode der Verbrauchsdaten — Die Wiederbeschaffungszeit wird in diese Periode umgerechnet: σ über die Lieferzeit = σ je Periode × √(Lieferzeit ÷ Periode) (APICS, 2011).
Schwankung des Verbrauchs (Standardabweichung je Periode) — 0 lassen, wenn der Verbrauch gleichmäßig ist, oder Ihre Verbrauchshistorie einfügen. Stichproben-Standardabweichung mit n − 1 (NIST; Excel STABW.S).
Wiederbeschaffungszeit in Tagen — Von der Bestellung bis die Ware eingelagert und verfügbar ist. In derselben Art von Tagen wie die Periode: Kalendertage zur 7-Tage-Woche oder zum 30-Tage-Monat, Arbeitstage zur 5-Tage-Woche.
Schwankung der Lieferzeit in Tagen (Standardabweichung) — 0, wenn der Lieferant immer gleich lange braucht.
α-Servicegrad (Zyklus-Servicegrad) in % — Anteil der Bestellzyklen ohne Fehlmenge; 50 bis 99,9 %. z = Φ⁻¹(α), berechnet mit Wichuras Algorithmus AS241 (1988).
Bestellmenge (optional) — Für das Diagramm und den β-Servicegrad nötig. Bleibt das Feld leer, wird die Andler-Menge verwendet, sobald D, S und H ausgefüllt sind.
Jahresbedarf in Stück (optional, für Andler) — Nie vorbelegt: die optimale Bestellmenge entsteht nur aus Ihren eigenen Zahlen.
Lagerkosten je Stück und Jahr (optional, für Andler) — Einstandspreis × Lagerhaltungskostensatz (Zins + Lagerkosten), z. B. 8 € × 25 % = 2 €.
Prüfrhythmus in Tagen (optional) — Wird der Bestand nur alle R Tage geprüft (Bestellrhythmusverfahren), rechnet der Rechner in beiden Termen mit L + R.
Bedarf und Lieferzeit — Unabhängig: die Varianzen werden unter einer Wurzel addiert. Gemeinsam: die beiden Sicherheitsbestände werden addiert (APICS, 2011).
Einheiten — Ganze Stück werden aufgerundet; teilbare Einheiten behalten drei Nachkommastellen – wie die Mengenfelder in Logistivo.
Verbrauchshistorie (optional) — 8 bis 30 Tages- oder Wochenwerte einfügen, getrennt durch Leerzeichen, Zeilenumbruch oder Semikolon, dann übernehmen. Der Rechner übernimmt Mittelwert und Stichproben-Standardabweichung (n − 1) und zeigt den Variationskoeffizienten.
Periode der Verbrauchsdaten — Tag · Woche (7 Tage) · Arbeitswoche (5 Tage) · Monat (30 Tage)
Bedarf und Lieferzeit — schwanken gemeinsam · schwanken unabhängig voneinander
Einheiten — ganzen Stück · kg, Litern oder anderen teilbaren Einheiten
Meldebestand — In Logistivo ins Feld Min. Stock eintragen
Sicherheitsbestand — Der Teil des Meldebestands, der Schwankungen abfängt
Bestellmenge — Wie eingegeben – ins Feld Reorder Qty · Nach Andler – ins Feld Reorder Qty · Menge oder unten D, S und H eingeben
Rechenbeispiel aus den Quellen laden
Chopra u. a., 2004 — 2.500 pro Woche, σ 500, 2 Wochen Lieferzeit, Bestellungen à 10.000
MIT OCW, Vorlesung 5 — 44,6 pro Woche, σ 32,1, 2 Wochen, 97 % → etwa 175
APICS 2011, Filmrollen — 50 Rollen pro Woche, σ 10, 8 Tage ± 0,5, 95 % → 19 Rollen
ACCA, Bestellmengen-Beispiel — 60.000 pro Jahr, 27 $ je Bestellung, 1 $ Lagerkosten → 1.800
Gezeichnet beim Durchschnittsverbrauch ab dem Eintreffen einer Lieferung. Der echte Verbrauch schwankt um die Linie; das Band des Sicherheitsbestands fängt das auf. Die gestrichelte graue Linie ist der verfügbare Bestand – Lagerbestand plus bestellte, noch nicht gelieferte Menge – und genau diese Linie, nicht der Lagerbestand, erreicht den Meldebestand.
Geben Sie eine Bestellmenge ein – oder Jahresbedarf, bestellfixe Kosten und Lagerkosten für Andler –, damit der Zyklus gezeichnet wird. Der Rechner nimmt nie eine Menge an.
Bei dieser Bestellmenge wären mehr als 300 Bestellungen gleichzeitig unterwegs; das Diagramm wird nicht gezeichnet. Prüfen Sie Menge und Periode.
So entstehen Ihre Zahlen — Jede Stufe ist ein Term der Formel, mit Ihren Werten eingesetzt. Ändern Sie den Satz oben, rechnet jede Stufe neu.
L ÷ Periode — Die Wiederbeschaffungszeit – plus Prüfrhythmus, falls vorhanden – wird in die Periode Ihrer Verbrauchsdaten umgerechnet, bevor multipliziert wird. — APICS (2011): σ wird über die gesamte Lieferzeit einschließlich Prüfrhythmus genommen.
Ø-Verbrauch × L — Verbrauch während der Wiederbeschaffungszeit: was ein gewöhnlicher Zyklus verbraucht, während die Bestellung unterwegs ist. — MIT OCW ESD.273J, Vorlesung 5; Wikipedia „Bestellpunktsystem“: BP = DV · BZ + SB.
z = Φ⁻¹(α) — Der Sicherheitsfaktor: wie viele Standardabweichungen des Bedarfs in der Lieferzeit der Puffer abdeckt. Exakt berechnet, nicht nachgeschlagen. — Wichura, AS241 (1988); stimmt mit der NIST-Tabelle in jeder gedruckten Stelle überein.
σ über die Lieferzeit — Feste Lieferzeit: σd × √L. Schwankend und unabhängig: √(L × σd² + ز × σL²). Gemeinsam schwankend: σd × √L + Ø × σL. — Chopra, Reinhardt & Dada (2004) nach Silver & Peterson (1985); APICS (2011).
Anteil der Lieferzeit — Welcher Teil der Unsicherheit aus der Termintreue des Lieferanten statt aus dem Verbrauch kommt: ز × σL² ÷ (L × σd² + ز × σL²). Zeigt, woran sich Arbeit zuerst lohnt. — APICS, Filmrollen: der Einfluss der Bedarfsschwankung war fast zehnmal größer (Anteil rund 10 %).
SB = z × σ — Sicherheitsbestand, bei Stückgut auf ganze Stück aufgerundet. — APICS rundet 17,6 auf 18 und 18,5 auf 19 Rollen auf.
MB = Ø × L + SB — Der Meldebestand (Bestellpunkt): sinkt der verfügbare Bestand auf diesen Wert, wird bestellt. — MIT OCW, Vorlesung 5; Chopra u. a. (2004): ROP = M + zS.
x_opt = √(2DS ÷ H) — Optimale Bestellmenge nach Andler aus Jahresbedarf D, bestellfixen Kosten S und Lagerkosten je Stück und Jahr H. — Harris (1913), im deutschen Sprachraum 1929 von Kurt Andler bekannt gemacht; ACCA-Beispiel √(2 × 27 × 60.000 ÷ 1) = 1.800.
β = 1 − σ × G(z) ÷ Q — β-Servicegrad: Anteil der Nachfragemenge, der direkt ab Lager bedient wird; G(z) ist die Verlustfunktion der Standardnormalverteilung. Braucht eine Bestellmenge; übersteigt die erwartete Fehlmenge je Zyklus die Bestellmenge, gilt die Näherung nicht mehr und es wird kein Wert gezeigt. — Reproduziert Chopra u. a. (2004), Tabelle 2: Sicherheitsbestand 0 → α 50 %, β 97,18 %.
Prüfungen, die der Rechner macht
Der durchschnittliche Verbrauch muss größer als null sein.
Die Standardabweichung des Verbrauchs kann nicht negativ sein.
Die Wiederbeschaffungszeit muss größer als null Tage sein.
Die Schwankung der Lieferzeit kann nicht negativ sein.
Ein α-Servicegrad von 100 % ist statistisch nicht erreichbar (APICS, 2011): die Normalverteilung erreicht nie null. Der Rechner akzeptiert bis 99,9 %.
Unter 50 % wird z negativ und die Formel liefert einen negativen Sicherheitsbestand (Chopra u. a., 2004, Abbildung 1). Der Rechner akzeptiert 50 bis 99,9 %.
Geben Sie einen α-Servicegrad zwischen 50 % und 99,9 % ein.
Ohne Schwankung bei Verbrauch und Lieferzeit ist der Sicherheitsbestand null und der Meldebestand gleich dem Verbrauch in der Lieferzeit.
Der Variationskoeffizient liegt über 0,40 – außerhalb der von Chopra u. a. zitierten empirischen Studie (Tyworth & O’Neill, 1997: Variationskoeffizienten unter 40 %). Bei sporadischen Artikeln wie MITs Artikel B mit 1,21 ist das Ergebnis nur ein Startwert.
Der Verbrauch in der Lieferzeit ist größer als eine Bestellmenge, also ist beim Erreichen des Meldebestands mehr als eine Bestellung unterwegs. Vergleichen Sie den Meldebestand mit dem verfügbaren Bestand (Lager + offene Bestellungen), nicht mit dem Lagerbestand (MIT OCW, Vorlesung 5).
Mit Prüfrhythmus muss der Bestand bis zur nächsten Prüfung plus Lieferzeit reichen; der Rechner nutzt deshalb in beiden Termen L + R, und der Meldebestand gilt jeweils am Prüftag.
Gemeinsam schwankend: die beiden Sicherheitsbestände werden addiert statt unter einer Wurzel kombiniert – das ergibt mehr Bestand (APICS, 2011).
Der größte Teil der Unsicherheit kommt aus der Lieferzeit. Chopra u. a. (2004) finden, dass bei 95 % eine geringere Lieferzeitschwankung den Sicherheitsbestand stärker senkt als eine kürzere Lieferzeit – bei den 50–70 %, mit denen nach ihren Worten die meisten Firmen tatsächlich arbeiten, gewinnt dagegen die kürzere Lieferzeit.
Formeln und Regeln, die der Rechner anwendet
Meldebestand (Bestellpunkt) — MB = Ø-Verbrauch × Wiederbeschaffungszeit + Sicherheitsbestand — Wikipedia „Bestellpunktsystem“ (BP = DV · BZ + SB); MIT OCW, Vorlesung 5
Sicherheitsbestand pauschal über Sicherheitszeit — SB = Ø-Verbrauch × Sicherheitszeit, also MB = DV · (BZ + SZ) — Wikipedia „Bestellpunktsystem“ – als Text erklärt, der Rechner nutzt die statistische Form
Sicherheitsbestand, schwankende Lieferzeit (unabhängig) — SB = z × √(L × σd² + ز × σL²) — Chopra u. a. (2004) nach Silver & Peterson (1985); APICS (2011)
Sicherheitsbestand, gemeinsam schwankend — SB = z × σd × √L + z × σL × Ø — APICS (2011)
Höchstbestand — Höchstbestand = Mindestbestand + optimale Bestellmenge — Wikipedia „Lagerhaltung“ – als Text erklärt, nicht im Rechner
Unterschiedliche Zeiteinheiten — σ über die Lieferzeit = σ je Periode × √(Lieferzeit ÷ Periode); Wochendaten und 3 Wochen Lieferzeit → σ je Woche × √3 — APICS (2011)
Bestellrhythmusverfahren — L durch L + R ersetzen — APICS (2011): „total lead time, including any review period“
β-Servicegrad — β = 1 − σ × G(z) ÷ Q, mit G(z) = φ(z) − z × (1 − Φ(z)) — Chopra u. a. (2004), Tabelle 2 nachgerechnet
Optimale Bestellmenge (Andler) — x_opt = √(2 × D × S ÷ H), H = Einstandspreis × Lagerhaltungskostensatz — Harris (1913); Wikipedia „Klassische Losformel“; ACCA
Grenzen — α-Servicegrad 50 bis 99,9 %; 100 % ist unerreichbar; unter 50 % wird der Sicherheitsbestand negativ — APICS (2011); Chopra u. a. (2004)
Rundung — ganze Stück: Sicherheitsbestand und Meldebestand werden je aus dem exakten Wert aufgerundet; teilbare Einheiten: drei Nachkommastellen — APICS (2011) rundet 17,6 → 18 und 18,5 → 19
Warnung bei sporadischem Bedarf — Variationskoeffizient σd ÷ Ø über 0,40 — Tyworth & O’Neill (1997), zitiert nach Chopra u. a. (2004)
Standardabweichung und z in Excel — Stichproben-Standardabweichung mit n − 1: STABW.S; z: =NORM.S.INV(0,95) ergibt 1,6449 — NIST 1.3.5.6; Microsoft Support
Annahmen
Der Bedarf während der Wiederbeschaffungszeit ist normalverteilt.
Der Bedarf ist unabhängig von der Lieferzeit, solange Sie nicht „schwanken gemeinsam“ wählen.
Der Bestand wird laufend geprüft (Bestellpunktverfahren), solange Sie keinen Prüfrhythmus eingeben.
Der β-Servicegrad unterstellt, dass nicht bediente Nachfrage nachgeliefert wird und nicht verloren geht.
Andler unterstellt konstanten Einstandspreis, konstanten Bedarf und konstante Lieferzeit, Lagerkosten proportional zum Durchschnittsbestand und bestellfixe Kosten unabhängig von der Menge; Mengenrabatte brauchen einen eigenen Gesamtkostenvergleich (ACCA).
Das Diagramm zeigt den Durchschnittsverbrauch: ein Bild der Regel, keine Prognose.
Den Meldebestand am Artikel führen, nicht in einer Tabelle — Im Bestandsmodul von Logistivo hat jeder Artikel ein Feld Min. Stock für den Meldebestand und ein Feld Reorder Qty für die Bestellmenge. Sinkt der Lagerbestand eines Artikels über alle Ihre Lager unter Min. Stock, wird er als Low markiert – ein Filter in den Reitern Products oder Stock Levels listet alles, was nachbestellt werden muss.
Lagerverwaltung (englisch) — Min. Stock und Reorder Qty an jedem Artikel; Low-Markierung und Filter über alle Lager — /en/warehouse-management
Logistivo-KI-Assistent (englisch) — Lassen Sie einen Artikel mit beiden Werten anlegen oder ändern — /en/ai-logistics
Eine Planungshilfe auf Basis veröffentlichter Formeln. Prüfen Sie das Ergebnis an Ihrer eigenen Bestandshistorie, bevor Sie eine Einstellung ändern, die den Einkauf steuert.
Wie berechne ich den Meldebestand? — Durchschnittlicher Verbrauch pro Tag × Wiederbeschaffungszeit in Tagen + Sicherheitsbestand: MB = Ø-Verbrauch × WBZ + SB. Bestellt wird, sobald der verfügbare Bestand – Lagerbestand plus offene Bestellungen – auf diesen Wert fällt.
Ø × WBZ — Verbrauch während der Wiederbeschaffungszeit: das, was ein normaler Zyklus verbraucht, solange die Bestellung unterwegs ist. — Beispiel: 40 Stück pro Tag und 10 Tage Wiederbeschaffungszeit: 40 × 10 = 400 Stück. — Wikipedia „Bestellpunktsystem“: BP = DV · BZ + SB
+ SB — Der Sicherheitsbestand deckt den Mehrverbrauch und die Lieferverzögerung in dieser Wartezeit. — Beispiel: Mit 120 Stück Sicherheitsbestand: Meldebestand 400 + 120 = 520 Stück. — Wikipedia „Lagerhaltung“: Meldebestand = (Tagesbedarf · Beschaffungszeit) + Mindestbestand
Höchstbestand — Obergrenze nach dem Wareneingang: Mindestbestand plus Bestellmenge. — Beispiel: Bestellmenge 800: Höchstbestand 120 + 800 = 920 Stück. — Wikipedia „Lagerhaltung“: Maximalbestand = Mindestbestand + optimale Bestellmenge
verfügbarer Bestand — Vergleichen Sie den Meldebestand mit Lagerbestand plus bestellter, noch nicht gelieferter Menge – sonst bestellt die nächste Prüfung dieselbe Lücke ein zweites Mal. — Beispiel: Chopras Artikel (14 Tage Lieferzeit, 28-Tage-Zyklus) hat jeweils eine Bestellung unterwegs; die Filmrollen von APICS (8 Tage, Wochenlose) haben zwei. — MIT OCW, Vorlesung 5: „the actual inventory plus items already ordered, but not yet delivered“
Sicherheitsbestand berechnen: welche Formel ist die richtige?
Sicherheitsbestand berechnen: welche Formel ist die richtige? — Es gibt zwei gebräuchliche Wege. Pauschal: Ø-Tagesverbrauch × Sicherheitszeit in Tagen. Statistisch: z × σ des Verbrauchs × √(Lieferzeit), bei schwankender Lieferzeit z × √(L·σd² + ز·σL²). Nur die statistische Form sagt, welchen Servicegrad Sie mit dem Bestand kaufen.
Ø × Sicherheitszeit — Pauschal: der Puffer reicht für eine feste Zahl zusätzlicher Tage. Einfach, aber ohne Bezug zu Schwankung und Servicegrad. — Beispiel: 40 Stück pro Tag, 3 Tage Sicherheitszeit: 120 Stück – derselbe Meldebestand von 520 wie oben. — Wikipedia „Bestellpunktsystem“: BP = DV · (BZ + SZ)
z × σd × √L — Statistisch bei zuverlässiger Lieferzeit: nur der Verbrauch schwankt. — Beispiel: 2.500 pro Woche, σ 500, 2 Wochen, 95 %: 1,6449 × 500 × √2 = 1.163,09 → 1.164. — APICS (2011); Parameter aus Chopra u. a. (2004), Tabelle 2
z × √(L·σd² + ز·σL²) — Schwankende Lieferzeit, unabhängig vom Bedarf: beide Varianzen addieren, dann die Wurzel ziehen. — Beispiel: 100 pro Tag, σ 20, 10 ± 2 Tage, 95 %: 1,6449 × √(10 × 20² + 100² × 2²) = 345,03 → 346. Ohne die Lieferzeitschwankung wären es nur 105 – 91 % der Unsicherheit stammen hier aus dem Lieferanten. — Chopra u. a. (2004) nach Silver & Peterson (1985); APICS (2011)
z·σd·√L + z·σL·Ø — Schwanken Bedarf und Lieferzeit aus derselben Ursache gemeinsam, unterschätzt die Wurzelform das Risiko; dann die beiden Sicherheitsbestände addieren. — Beispiel: Die Filmrollen gemeinsam schwankend: 1,6449 × 10 × √(8/7) + 1,6449 × (0,5 ÷ 7) × 50 = 17,58 + 5,87 = 23,46 → 24 Rollen. — APICS (2011)
Mindestbestand, Sicherheitsbestand, eiserner Bestand – und was gehört ins Feld Min. Stock?
Mindestbestand, Sicherheitsbestand, eiserner Bestand – und was gehört ins Feld Min. Stock? — In der deutschen Lagerwirtschaft sind Mindestbestand, Sicherheitsbestand und (veraltet) eiserner Bestand dieselbe Größe: der Puffer, der nicht unterschritten werden soll. Ins Feld „Min. Stock“ einer Software gehört trotzdem der Meldebestand – denn das Feld löst die Bestellung aus.
Mindestbestand = SB — Der Lagerbestand, der nicht unterschritten werden darf, um auch bei Termin- oder Qualitätsuntreue des Lieferanten lieferfähig zu bleiben. — Beispiel: Chopras Daten bei 95 %: Mindestbestand 1.164. — Wikipedia „Lagerhaltung“: „Der Mindestbestand (in der Praxis auch Sicherheitsbestand oder veraltet eiserner Bestand)“
Min. Stock = MB — Das Feld Min. Stock in Logistivo ist die Auslöseschwelle. Tragen Sie den Meldebestand ein, nicht den Mindestbestand – sonst meldet sich der Artikel erst, wenn der Verbrauch der Lieferzeit schon weg ist und Sie vom Puffer leben. — Beispiel: Min. Stock 6.164 – nicht 1.164. — folgt aus MB = Ø × WBZ + SB
Reorder Qty = Q — Die Bestellmenge: Ihre Andler-Menge oder die Losgröße bzw. Verpackungseinheit des Lieferanten. — Beispiel: ACCA-Beispiel: Reorder Qty 1.800. — Bestandsmodul von Logistivo
„Low“ — In Logistivo wird ein Artikel als Low markiert, wenn sein Lagerbestand über alle Ihre Lager unter Min. Stock liegt; die Reiter Products und Stock Levels lassen sich auf niedrigen Bestand filtern. Die Markierung vergleicht den Lagerbestand – nach einer Bestellung bleibt sie also stehen, bis die Ware eingebucht ist. — Beispiel: Min. Stock 6.164 und 6.100 Stück in zwei Lagern → Low; genau 6.164 Stück → nicht Low, denn die Regel lautet „unter“. — Bestandsmodul von Logistivo
Lagerverwaltung in Logistivo (englisch) — /en/warehouse-management
Welcher Servicegrad: α oder β – und 95 % oder 99 %?
Welcher Servicegrad: α oder β – und 95 % oder 99 %? — Der z-Wert der Formel gehört zum α-Servicegrad: der Wahrscheinlichkeit, dass ein Bestellzyklus ohne Fehlmenge endet. Der β-Servicegrad misst dagegen den Anteil der Nachfragemenge, der sofort ab Lager bedient wird. Von 95 % auf 99 % α steigt z von 1,6449 auf 2,3263 – 41 % mehr Sicherheitsbestand bei gleicher Schwankung.
α-Servicegrad — Ereignisbezogen: Anteil der Zyklen ohne Fehlmengenereignis. Darauf beruht z. — Beispiel: Sicherheitsbestand 0 → z = 0 → 50 % der Zyklen ohne Fehlmenge. — Wikipedia „Servicelevel“: α = P(d ≤ I); Chopra u. a. (2004)
β-Servicegrad — Mengenbezogen (englisch fill rate): erfüllte Nachfrage ÷ gesamte Nachfrage. Der Rechner zeigt ihn als β = 1 − σ × G(z) ÷ Q. — Beispiel: 2.500 pro Woche (σ 500), 2 Wochen, Bestellungen à 10.000: Sicherheitsbestand 0 → α 50,0 %, β 97,18 %; 200 → 61,1 %, 98,07 %; 400 → 71,4 %, 98,74 %. — Wikipedia „Servicelevel“; Chopra u. a. (2004), Tabelle 2
90–98 % — Typische Ziele liegen in diesem Bereich; legen Sie z je Artikelgruppe fest – etwa nach ABC-Wert oder Marge – statt einer Zahl für das ganze Sortiment. — Beispiel: 97,5 % (z 1,9600) gegenüber 90 % (z 1,2816): bei gleichem σ braucht die 90-%-Gruppe 35 % weniger Sicherheitsbestand. — APICS (2011): „Typical goals fall between 90 and 98 percent“
95 % → 99 % — Der Zusammenhang ist nicht linear: jeder weitere Punkt kostet mehr Bestand als der vorige; 100 % garantiert kein endlicher Puffer. — Beispiel: 2,3263 ÷ 1,6449 = 1,414, also 41 % mehr; mit Chopras Daten 1.164 → 1.645 Stück. — berechnet mit AS241; APICS (2011)
z-Tabelle zum Servicegrad (mit Verlustfunktion G(z))
z-Tabelle zum Servicegrad (mit Verlustfunktion G(z)) — z = Φ⁻¹(α), berechnet mit Wichuras Algorithmus AS241; G(z) = φ(z) − z × (1 − Φ(z)) geht in den β-Servicegrad ein. z = 1 entspricht 84,13 %.
50 — z: 0,0000 | G(z): 0,39894
75 — z: 0,6745 | G(z): 0,14915
80 — z: 0,8416 | G(z): 0,11164
85 — z: 1,0364 | G(z): 0,07769
90 — z: 1,2816 | G(z): 0,04734
92 — z: 1,4051 | G(z): 0,03626
95 — z: 1,6449 | G(z): 0,02089
96 — z: 1,7507 | G(z): 0,01615
97 — z: 1,8808 | G(z): 0,01162
97,5 — z: 1,9600 | G(z): 0,00945
98 — z: 2,0537 | G(z): 0,00734
99 — z: 2,3263 | G(z): 0,00339
99,5 — z: 2,5758 | G(z): 0,00158
99,8 — z: 2,8782 | G(z): 0,00058
99,9 — z: 3,0902 | G(z): 0,00028
Die NIST-Tabelle der Standardnormalverteilung nennt 1,282, 1,645, 1,960, 2,326, 2,576 und 3,090 für 90, 95, 97,5, 99, 99,5 und 99,9 % – dieselben Werte auf drei Stellen gerundet.
Die Zeile zu dem Servicegrad in Ihrem Satz ist hervorgehoben.
Bestellpunkt- oder Bestellrhythmusverfahren: was ändert sich an der Formel?
Bestellpunkt- oder Bestellrhythmusverfahren: was ändert sich an der Formel? — Beim Bestellpunktverfahren wird nach jedem Abgang geprüft und bei Erreichen des Meldebestands bestellt. Beim Bestellrhythmusverfahren wird nur alle R Tage geprüft – dann muss der Bestand Prüfintervall plus Lieferzeit überbrücken, und in der Formel steht L + R statt L.
(s, q) — Bestellpunkt-Losgrößen-Politik: bei Erreichen des Meldebestands s wird die feste Menge q bestellt – meist die optimale Bestellmenge. — Beispiel: Das ist die Politik, die der Rechner ohne Prüfrhythmus abbildet. — Wikipedia „Bestellpunktsystem“
(s, S) — Bestellpunkt-Lagerniveau-Politik: bei Erreichen von s wird auf den Sollbestand S aufgefüllt; Bestellmenge = S − aktueller Lagerstand. — Beispiel: Die Menge schwankt dann je Bestellung; tragen Sie in Reorder Qty die typische Menge ein. — Wikipedia „Bestellpunktsystem“
L + R — Wird nur periodisch geprüft, muss der Bestand bis zur nächsten Prüfung plus Lieferzeit reichen. — Beispiel: Wöchentliche Prüfung und 14 Tage Lieferzeit: 21 Tage absichern, nicht 14. — APICS (2011)
gleiche Tagesart — Lieferzeit in derselben Art von Tagen zählen wie die Datenperiode. — Beispiel: Kalendertage zur 7-Tage-Woche oder zum 30-Tage-Monat, Arbeitstage zur 5-Tage-Woche; das Periodenmenü des Rechners sagt, welche es verwendet.
Meine Verbrauchsdaten sind wöchentlich, die Lieferzeit in Tagen: was ändert sich?
Meine Verbrauchsdaten sind wöchentlich, die Lieferzeit in Tagen: was ändert sich? — Erst umrechnen, dann multiplizieren. Die Standardabweichung wächst mit der Wurzel der Zeit: σ über die Lieferzeit = σ je Periode × √(Lieferzeit ÷ Periode). Wer eine Wochen-σ mit einer Lieferzeit in Tagen mischt, verzerrt den Sicherheitsbestand um genau diesen Faktor.
√(Lieferzeit ÷ Periode) — Die Lieferzeit ist hier die gesamte Lieferzeit einschließlich Prüfrhythmus; die Periode ist die Ihrer Daten. — Beispiel: Wochen-σ und 3 Wochen Lieferzeit → σ je Woche × √3. Filmrollen: 8-Tage-Zyklus und Wochendaten → × √(8/7) = × 1,069. — APICS (2011)
Stichproben-σ — σ aus der Historie mit der Stichproben-Standardabweichung schätzen, die durch n − 1 teilt. — Beispiel: Excel STABW.S, nicht STABW.N. MITs Artikel A über 8 Wochen: Mittel 39,25, s 13,18, Variationskoeffizient 0,34. — NIST 1.3.5.6; Microsoft Support; MIT OCW, Vorlesung 5
Tagesverbrauch — Viele Lehrbuchformeln rechnen mit dem Tagesverbrauch; bei Wochendaten Ø-Tagesverbrauch = Wochenverbrauch ÷ 7 (Kalendertage) oder ÷ 5 (Arbeitstage). — Beispiel: 2.500 pro Woche = 357,1 pro Kalendertag; × 14 Tage = 5.000 – derselbe Verbrauch in der Lieferzeit.
Wie berechne ich die optimale Bestellmenge nach Andler?
Wie berechne ich die optimale Bestellmenge nach Andler? — x_opt = √(2 × Jahresbedarf × bestellfixe Kosten ÷ Lagerkosten je Stück und Jahr). Die Lagerkosten je Stück sind Einstandspreis × Lagerhaltungskostensatz (Zins + Lagerkosten in %). Beispiel: 12.000 Stück pro Jahr, 60 € je Bestellung, 8 € Einstandspreis, 25 % → H = 2 € → √(2 × 12.000 × 60 ÷ 2) = 848,5 → 849 Stück.
√(2DS ÷ H) — Die Menge, bei der die Summe aus bestellfixen Kosten und Lagerkosten am kleinsten ist. — Beispiel: ACCA: √(2 × 27 × 60.000 ÷ 1) = 1.800. — Wikipedia „Klassische Losformel“; ACCA
Andler = Harris — Im deutschen Sprachraum heißt die Formel nach Kurt Andler (1929); entwickelt hat sie Ford W. Harris bereits 1913. — Beispiel: Wiederabgedruckt in Operations Research 38(6), 1990. — Wikipedia „Klassische Losformel“; Harris (1913)
Annahmen — Konstanter Bedarf und Preis, konstanter Lagerhaltungskostensatz, keine Fehlmengen, bestellfixe Kosten unabhängig von der Menge. — Beispiel: Ein Mengenrabatt des Lieferanten bricht die Preisannahme: dann die jährlichen Gesamtkosten bei x_opt und bei der Rabattmenge vergleichen. — Wikipedia „Klassische Losformel“; ACCA
wie viel vs. wann — Andler bestimmt, wie viel bestellt wird; Sicherheits- und Meldebestand bestimmen, wann. Es sind zwei getrennte Einstellungen. — Beispiel: Logistivo hält sie ebenfalls getrennt: Reorder Qty für die Menge, Min. Stock für den Auslöser. — Bestandsmodul von Logistivo
Wann führt die Formel mit der Normalverteilung in die Irre?
Wann führt die Formel mit der Normalverteilung in die Irre? — Bei sporadischem Verbrauch und bei schiefer Lieferzeit. Die Formeln setzen normalverteilten Bedarf in der Lieferzeit voraus; Chopra u. a. zeigen, dass der Fehler bei schiefer Lieferzeit in beide Richtungen gehen kann.
VK über 0,40 — Der empirische Beleg für die Normalverteilungsnäherung stammt von Schnelldrehern mit Variationskoeffizient unter 40 %. — Beispiel: MITs Artikel B über 8 Wochen – 0 2 3 0 0 1 3 0 – hat Mittel 1,125, s 1,36, VK 1,21. Der Rechner markiert jeden VK über 0,40. — Tyworth & O’Neill (1997), zitiert nach Chopra u. a. (2004); MIT OCW, Vorlesung 5
schiefe Lieferzeit — Bei gammaverteilter Lieferzeit und 95 % unterschätzte die Normalnäherung den Sicherheitsbestand. — Beispiel: Lieferzeit Mittel 10, σ 5: Normalnäherung 182 Stück, exakter Wert 218. — Chopra u. a. (2004), Tabelle 1
α 50–70 % — Bei niedrigerem Servicegrad zeigt die Näherung auf den falschen Hebel. — Beispiel: Bei 60 % hob eine Senkung der Lieferzeit-σ von 5 auf 4 den exakten Sicherheitsbestand von 20 auf 22, eine kürzere Lieferzeit (10 → 8) senkte ihn auf 15. — Chopra u. a. (2004), Tabelle 1
im Betrieb prüfen — Bei sporadischen Artikeln die Formel als Startwert nehmen und prüfen, wie oft der Puffer tatsächlich angegriffen wird. — Beispiel: APICS: Wird der Sicherheitsbestand in etwa der Hälfte der Zyklen angegriffen? Wenn nicht, erst nach Sonderursachen suchen, bevor die Einstellung geändert wird. — APICS (2011)
Was verlangt das HGB für den Sicherheitsbestand bei Inventur und Bewertung?
Was verlangt das HGB für den Sicherheitsbestand bei Inventur und Bewertung? — Der Sicherheitsbestand ist Vorratsvermögen wie jeder andere Bestand: Er steht im Inventar zum Schluss jedes Geschäftsjahrs (§ 240 Abs. 2 HGB), wird höchstens zu Anschaffungskosten und bei gesunkenem Wert niedriger bewertet (§ 253 Abs. 4 HGB), und das Inventar wird zehn Jahre aufbewahrt (§ 257 Abs. 4 HGB).
§ 240 Abs. 2 HGB — Jeder Kaufmann stellt für den Schluss eines jeden Geschäftsjahrs ein Inventar auf; das Geschäftsjahr darf zwölf Monate nicht überschreiten. — Was das für den Bestand heißt: Auch der „eiserne“ Bestand, der nie angefasst wird, wird gezählt und bewertet. — gesetze-im-internet.de
§ 241 Abs. 2 und 3 HGB — Ohne körperliche Bestandsaufnahme zum Stichtag geht es, wenn ein ordnungsmäßiges anderes Verfahren den Bestand sichert (permanente Inventur); die vor- oder nachverlegte Inventur ist an einem Tag innerhalb der letzten drei Monate vor oder der ersten beiden Monate nach dem Geschäftsjahresende zulässig. — Was das für den Bestand heißt: Eine lückenlose Bestandsfortschreibung aller Zu- und Abgänge ist die Voraussetzung dafür. — gesetze-im-internet.de
§ 253 Abs. 4 HGB — Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens sind auf den niedrigeren Wert am Abschlussstichtag abzuschreiben (strenges Niederstwertprinzip). — Was das für den Bestand heißt: Ein Puffer für einen auslaufenden Artikel ist genau der Bestand, bei dem diese Prüfung greift. — gesetze-im-internet.de
§ 256 HGB — Für gleichartige Vorräte darf unterstellt werden, dass die zuerst oder die zuletzt angeschafften zuerst verbraucht wurden – Fifo und Lifo sind im HGB-Abschluss zulässig, soweit es den GoB entspricht. — Was das für den Bestand heißt: Anders als nach IFRS (IAS 2) und FRS 102, die Lifo nicht zulassen. — gesetze-im-internet.de
§ 257 Abs. 4 HGB — Inventare werden zehn Jahre aufbewahrt, Buchungsbelege acht Jahre; die Frist beginnt mit dem Schluss des Kalenderjahrs, in dem das Inventar aufgestellt wurde. — Was das für den Bestand heißt: Zähllisten gehören zum Inventar, nicht in den Papierkorb. — gesetze-im-internet.de; Details zur Inventur mit Lagerverwaltungssoftware auf der verlinkten Seite
Lagerverwaltungssoftware: Inventur und Nachweispflichten — /de/lagerverwaltungssoftware-inventur-und-nachweispflichten
Häufige Fehler bei Sicherheitsbestand und Meldebestand
Den Mindestbestand (= Sicherheitsbestand) ins Feld Min. Stock eintragen statt des Meldebestands.
Den Sicherheitsbestand pauschal als 10–20 % des Zyklusbestands festlegen – APICS schreibt, solche Regeln „generally result in poor performance“.
Perioden mischen: eine Wochen-σ mit einer Lieferzeit in Tagen, ohne den Faktor √(Lieferzeit ÷ Periode).
α- und β-Servicegrad verwechseln: bei Sicherheitsbestand 0 ist der erste 50 %, der zweite kann 97 % sein.
Die Formel für feste Lieferzeit verwenden, obwohl der Lieferant unzuverlässig liefert.
Die Terme unter einer Wurzel kombinieren, obwohl Bedarf und Lieferzeit gemeinsam schwanken – oder addieren, obwohl sie unabhängig sind.
Den Meldebestand mit dem Lagerbestand statt mit dem verfügbaren Bestand vergleichen – das führt zu Doppelbestellungen.
Beim Bestellrhythmusverfahren den Prüfrhythmus vergessen.
Normalverteilten Bedarf für sporadische Artikel unterstellen.
Mit Andler rechnen, wo ihre Annahmen nicht gelten, etwa bei Mengenrabatten.
In Excel STABW.N (Grundgesamtheit) statt STABW.S (Stichprobe, n − 1) verwenden.
Verwandte Rechner und Seiten
Verwandte Rechner und Seiten — Die Lieferzeit ist die Eingabe, die am häufigsten geschätzt wird. Diese Seiten helfen, sie festzumachen, und zeigen, wo das Ergebnis im Lager weiterlebt.
Liefertreue berechnen (OTIF-Rechner) — Termin- und mengentreue Lieferquote aus Ihrem eigenen Lieferprotokoll – die Grundlage für die Lieferzeitschwankung σL oben.
Lagerverwaltungssoftware: Inventur und Nachweispflichten — Welche Inventurerleichterung nach §§ 240, 241 HGB welchen Nachweis braucht.
Wie viele Paletten passen in einen Container? — Rechnet eine Bestellmenge in Paletten und Containerplätze um, wenn die Ware per Seefracht kommt.
Lagerverwaltung in Logistivo (englisch) — Artikel, Bestände über alle Lager, Min. Stock und der Filter für niedrigen Bestand.
Wo diese beiden Zahlen in Logistivo stehen — Der Rechner ist kostenlos. Im Bestandsmodul von Logistivo sind Meldebestand und Bestellmenge Felder an jedem Artikel; die Oberfläche ist englisch oder türkisch, daher die englischen Feldnamen.
Min. Stock an jedem Artikel — Den Meldebestand am Artikel eintragen; dasselbe Feld gibt es im Web-Panel und in den Apps für iOS und Android.
Low-Markierung und Filter — Ein Artikel, dessen Lagerbestand über alle Lager unter Min. Stock liegt, wird als Low markiert; die Reiter Products und Stock Levels filtern auf niedrigen Bestand.
Reorder Qty neben dem Auslöser — Die Bestellmenge – Andler-Menge, Verpackungseinheit oder Mindestabnahme des Lieferanten – steht direkt neben dem Meldebestand.
Per Anfrage setzen — Der Logistivo-Assistent legt auf Anfrage einen Artikel mit beiden Feldern an oder ändert ihn.
Den Meldebestand dort führen, wo der Bestand liegt
Den Meldebestand dort führen, wo der Bestand liegt — Min. Stock und Reorder Qty an jedem Artikel pflegen und den Low-Filter zeigen lassen, was zu bestellen ist. Pakete und Preise erklärt der Preisleitfaden.
Wikipedia (deutsch) — Bestellpunktsystem – (s,q)- und (s,S)-Politik, BP = DV · BZ + SB, BP = DV · (BZ + SZ) — https://de.wikipedia.org/wiki/Bestellpunktsystem
Wikipedia (deutsch) — Servicelevel – α-Servicegrad und β-Servicegrad (fill rate) — https://de.wikipedia.org/wiki/Servicelevel
Bundesministerium der Justiz — gesetze-im-internet.de — § 257 HGB – Aufbewahrung von Unterlagen, Aufbewahrungsfristen — https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__257.html
APICS (now ASCM) — Peter L. King — Crack the Code: Understanding safety stock and mastering its equations (APICS magazine, July/August 2011) — https://web.archive.org/web/20131101135411/http://media.apics.org:80/omnow/Crack%20the%20Code.pdf
S. Chopra, G. Reinhardt, M. Dada — Kellogg School of Management — The Effect of Lead Time Uncertainty on Safety Stocks — Decision Sciences 35(1):1–24, 2004 (doi:10.1111/j.1540-5414.2004.02332.x) — https://web.archive.org/web/20241118192152/https://www.kellogg.northwestern.edu/faculty/chopra/htm/research/Effect%20of%20Lead%20Time%20Uncertainty.pdf
MIT OpenCourseWare (CC BY-NC-SA) — ESD.273J Logistics and Supply Chain Management, Fall 2009 — Lecture 5, Inventory management (D. Simchi-Levi) — https://ocw.mit.edu/courses/esd-273j-logistics-and-supply-chain-management-fall-2009/resources/mitesd_273jf09_lec05/
NIST/SEMATECH e-Handbook of Statistical Methods — 1.3.6.7.1 Cumulative distribution function of the standard normal distribution — https://www.itl.nist.gov/div898/handbook/eda/section3/eda3671.htm
NIST/SEMATECH e-Handbook of Statistical Methods — 1.3.5.6 Measures of scale — sample standard deviation (N − 1) — https://www.itl.nist.gov/div898/handbook/eda/section3/eda356.htm
M. J. Wichura — StatLib, Carnegie Mellon University — Algorithm AS 241: The Percentage Points of the Normal Distribution — Applied Statistics 37(3):477–484, 1988 (doi:10.2307/2347330) — https://lib.stat.cmu.edu/apstat/241
F. W. Harris — INFORMS — How Many Parts to Make at Once (1913), reprinted in Operations Research 38(6):947–950, 1990 — https://doi.org/10.1287/opre.38.6.947
Microsoft Support — NORM.S.INV (Funktion) — https://support.microsoft.com/de-de/excel/functions/norm-s-inv-function
Microsoft Support — STABW.S (Funktion) — https://support.microsoft.com/de-de/excel/functions/stdev-s-function
Häufig gestellte Fragen
Wie berechnet man den Meldebestand mit Beispiel?
Meldebestand = Tagesverbrauch × Wiederbeschaffungszeit + Sicherheitsbestand. Bei 40 Stück pro Tag, 10 Tagen Wiederbeschaffungszeit und 120 Stück Sicherheitsbestand: 40 × 10 + 120 = 520 Stück. Sinkt der verfügbare Bestand auf 520, wird bestellt.
Wie berechnet man den Sicherheitsbestand?
Pauschal als Tagesverbrauch × Sicherheitszeit oder statistisch als z × σ des Verbrauchs × √(Lieferzeit in Perioden). Bei schwankender Lieferzeit: z × √(L·σd² + ز·σL²). z = 1,6449 für 95 % und 2,3263 für 99 % α-Servicegrad.
Ist der Mindestbestand dasselbe wie der Sicherheitsbestand?
In der deutschen Lagerwirtschaft ja: Mindestbestand, Sicherheitsbestand und (veraltet) eiserner Bestand bezeichnen den Puffer, der nicht unterschritten werden soll. Der Meldebestand liegt darüber: Mindestbestand plus Verbrauch in der Wiederbeschaffungszeit.
Was ist der Unterschied zwischen Meldebestand und Höchstbestand?
Der Meldebestand löst die Bestellung aus. Der Höchstbestand ist die Obergrenze nach dem Wareneingang: Mindestbestand + Bestellmenge. Mit 120 Stück Mindestbestand und 800 Stück Bestellmenge liegt er bei 920.
Was ist der Unterschied zwischen α- und β-Servicegrad?
Der α-Servicegrad ist der Anteil der Bestellzyklen ohne Fehlmenge – auf ihm beruht z. Der β-Servicegrad ist der Anteil der Nachfragemenge, der sofort ab Lager bedient wird. Mit Chopras Daten ergibt ein Sicherheitsbestand von 0 α 50 % und β 97,18 %.
Welchen Servicegrad soll ich wählen?
Typische Ziele liegen laut APICS zwischen 90 und 98 %. Setzen Sie ihn je Artikelgruppe fest: von 95 auf 99 % steigt der Sicherheitsbestand bei gleicher Schwankung um 41 %.
Wie berechnet man die optimale Bestellmenge nach Andler?
Welchen Wert trage ich in Logistivo bei Min. Stock ein?
Den Meldebestand, nicht den Mindestbestand. Logistivo markiert einen Artikel als Low, sobald sein Lagerbestand über alle Lager unter Min. Stock fällt; mit dem Mindestbestand käme diese Meldung erst, wenn der Puffer schon angegriffen wird.
Wie rechne ich σ in Excel?
Mit STABW.S über 8 bis 30 Perioden Verbrauchshistorie (Stichprobe, n − 1). Den z-Wert liefert =NORM.S.INV(0,95) = 1,6449. Sie können die Historie auch direkt in das Feld „Verbrauchshistorie“ des Rechners einfügen.
Warum muss ich die offenen Bestellungen mitzählen?
Weil während der Lieferzeit schon Ware bestellt ist. Wer den Meldebestand nur mit dem Lagerbestand vergleicht, bestellt bei der nächsten Prüfung dieselbe Lücke ein zweites Mal. Maßgeblich ist der verfügbare Bestand: Lager plus offene Bestellungen.
Muss der Sicherheitsbestand bei der Inventur mitgezählt werden?
Ja. Er ist Vorratsvermögen und steht im Inventar zum Geschäftsjahresende (§ 240 HGB); eine permanente Inventur nach § 241 Abs. 2 HGB ersetzt die Stichtagszählung nur mit lückenloser Bestandsfortschreibung. Inventare werden zehn Jahre aufbewahrt.
For AI assistants
Logistivo has a public MCP server at https://logistivo.com/api/agent/mcp
(streamable HTTP, no authentication). Setup instructions for Claude, ChatGPT and
Gemini: https://logistivo.com/mcp. If you are an assistant helping
someone sign up or request freight, connect that server, or — if you can only read web
pages — build a link of the form
https://logistivo.com/en/ai-kayit?brief=URL_ENCODED_SHIPMENT_BRIEF and give
it to the user. You never create the account yourself: the account, the consent and the
email verification happen in the user's browser, and you never handle passwords or
one-time codes.
Machine-readable content indexes:
https://logistivo.com/llms.txt (curated map) and
https://logistivo.com/llms-full.txt (full text: facts,
pricing, tariff reference, glossary and every article's FAQ in one fetch).
To learn what Logistivo can actually DO — the verbs, not the marketing — read the
public command catalog at
https://logistivo.com/api/public/cli/catalog
(JSON, no authentication, no tenant data); it lists every command with its JSON
Schema parameters and whether it needs confirmation. Human documentation:
https://logistivo.com/en/developers/cli. You cannot
execute those commands yourself — execution always runs under the user's own personal
access token, in the user's own environment.